Friedrich EisenbarthElisabeth Eisenbarth geb. WeingartenPeter WeitzKatharina Weitz geb. Kurtscheidt

Johannes Peter EisenbarthMargareta Eisenbarth geb. Weitz

Friedrich ( Fritz ) Êisenbarth

Friedrich ( Fritz ) Eisenbarth

  • geboren: 25.09.1900, Köln 1630 Uhr

  • getauft: rk., Köln St. Mauritius

  • gestorben: 26.03.1980, köln Franziskushospital 14.55 Uhr Grab Köln/West

  • Beruf: Kaufmann/Bundesbahnbeamter

l i n k s

Margaretha Eisenbarth geb. Klein

Kinder:
Friedrich Wilhelm Eisenbarth
Dorothea Eisenbarth


Mein Vater hatte das Pech, 1917 mit 17 Jahren im ersten Weltkrieg Soldat zu werden. Zum Glück überstand er diese Zeit ohne Verwundung. Im zweiten Weltkrieg wurde er 1940 zur Militäreisenbahn eingezogen und kam 1945 mit einer Verwundung in russische Kriegsgefangenschaft.

Da er arbeitsunfähig war, wurde er mit einigen Hundert anderen Verwundeten Ende 1945 in offenen Güterwagons von Russland nach Deutschland transportiert. Die meisten der Verwundeten starben unterwegs weil es keinerlei ärztliche Versorgung gab. Mit viel Glück gelang es Ihm bis Riesa in Sachsen zu kommen, wo wir in der Nähe lebten. Dort sah ich meinen Vater das erste mal bewußt, ich war ja noch zu klein als er einmal 1943 Fronturlaub hatte. In Riesa kam er dann in ein Krankenhaus , wo seine Verwundung stationär behandelt wurde. Wir konnten Ihn dort zu Fuß besuchen, weil unser damaliger Wohnort ca. 6 km entfernt war, eine Verkehrsverbindung gab es nicht.

Meine Mutter, meine Schwester und ich waren seit 1943 in Schänitz (bei Riesa) evakuiert, weil Köln bis 1945 sehr oft bombardiert wurde.
( 264 mal und oft mit den legendären 1000 Bomber Angriffen)

Die einheimische Bevölkerung in Sachsen war uns gegenüber sehr abweisend. Wir wurden als Hungerleider und Bombenkinder bzw. Bombenweiber beschimpft, obwohl wir uns selbst verpflegten und Miete für unsere Unterkunft bezahlt haben.

Nach langem Krankenhausaufenthalt, bekam mein Vater von der russischen Verwaltung in Riesa 1946 eine Reiseerlaubnis nach Köln, in die englische Zone. Nach kurzer Vorbereitung brach nach Köln auf, um nach unserer Wohnung zu sehen. Viele Verkehrsverbindungen waren ja zerstört und es war nicht enfach zu reisen. Wir bekamen, keine Reiseerlaubnis von der von den Russen neu eingesetzten Ortsverwaltung und mußten in Sachsen in der russischen Zone bleiben und warteten auf Nachricht von unserem Vater.

Er schaffte es irgendwie wieder nach Köln zu kommen und kam bei meiner Tante unter, weil unsere Wohnung mit unseren Möbeln an andere Leute vergeben war. Nach viel lauferei und Anträgen bekam er dann unsere Wohnung vom Wohnungsamt mit einer Wohnerlaubnis für unsere Familie, wieder zurück. (Man brauchte eine Zuzugsgenehmigung und mußte nachweisen schon vor Kriegsbeginn in Köln gewohnt zu haben.)

Nachdem wir 1946 diese Nachricht von Vater bekamen, sind wir zu Fuß ohne Reiseerlaubnis mit einem Handwagen Richtung Köln aufgebrochen. Wir bekamen zu diesem Zeitpunkt schon keine Lebensmittelmarken mehr ( und damit nichts zu Essen ) Das heißt, wir haben "schwarz", also unerlaubt die russisch- englische Zonengrenzen nach Köln überschritten. Ohne Reiseerlaubnis konnte man, wenn man Pech hatte, im Gefängnis oder Lager landen. Leider ging der Handwagen nach kurzer Zeit mit einem Radbruch kaputt und wir konnten nur noch das, was wir tragen konnten mitnehmen. Bei Osterrode haben wir endlich die englische Zone im 2. Anlauf erreicht, nachdem wir einmal im Kreis gelaufen sind und wieder zurück in der russischen Zone waren.

Irgendwann sind wir dann endlich in Köln angekommen und hatten wieder unsere Wohnung, was viele Kölner nicht mehr hatten, Köln war ja zu 90% zerstört. Unsere Wohnung war zwar ausgeplündert und wir mußten wieder bei 0 anfangen, aber egal wir hatten ein Dach über dem Kopf.

Die Wohnung hatte total 55 m² und 2 Zimmer, Küche und 1 Bad. Allerdings wohnte da immer noch ein Ehepaar auf einem Zimmer. Das Zimmer was wir bewohnten und die Küche waren leer, alle unsere Möbel hatten die vorher einquartierten Leute mitgenommen. Ohne Betten, Geschirr, Kochtöpfe oder sonstige Einrichtungsgegenstände schliefen wir zuerst auf dem Fußboden.

Wir hatten keinen Flüchtlingsausweis und waren auch nicht "Fiegergeschädigt" (ausgebombt) deshalb stand uns keine Hilfe zu. Nach 2 Wochen bekamen wir die ersten „Möbel“ geschenkt, es waren 3 Strohsäcke zum schlafen. Unseren Küchenherd fanden wir im Luftschutzkeller des Nachbarhauses wieder, einen Teil der alten Wohnungseinrichtung haben wir nach und nach mit Polizei Unterstützung von unseren "Vormietern" wiederbekommen.

Wir bewohnten noch über 1 Jahr mit 6 Personen diese Wohnung, bis das bei uns einqartierte Ehepaar eine eigene Wohnung bekam.

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Familytree Author F. W. Eisenbarth Köln (Cologne, Germany

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